Alpabtrieb in Vorarlberg, oder: von Tradition, Zusammenhalt und Wetterkapriolen

Alpabtrieb in Vorarlberg, oder: von Tradition, Zusammenhalt und Wetterkapriolen

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[DIESER BEITRAG ENTHÄLT WERBUNG & GANZ VIEL BEZAUBERNDEN KUHCONTENT]

Hallo mein schönes Vorarlberg!

irgendwie habe ich das gefühl, vorarlberg möchte testen, wie wetterfest die trickytine ist. bei meinem letzten besuch im hochsommer war das wetter auf 1.250 meter auf der hutla alpe schon recht wolkenverhangen und grau, und bei meiner rückkehr zum alpabtrieb anfang september legte petrus eine nasse schippe nach und schickte uns fiesesten und wirklich kalten dauerregen. aber hey, so schnell lasse ich mir die laune nicht verderben, denn bei strahlendem sonnenschein kann ja wirklich jeder ganz easy den 20 km marsch mit der kuhherde ins tal antreten, nicht wahr?

alpabtrieb vorarlberg trickytine

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heute geht mein bergkäseabenteuer weiter.

ich freute mich riesig darauf, zu lothar und petra auf die alpe zurückkehren zu dürfen! mein bergkäseabenteuer, welches noch sehr lebendig in mir nachhallte, wurde mit dem talabtrieb der kühe nach dem alpsommer richtig schön abgerundet. und so fuhr ich freitags gen bregenz, und wurde sehr herzlich bei meinem partner rupp in empfang genommen. der geschäftsführer josef rupp unterstützt persönlich und mit viel hingabe und herzblut die partnerschaft zu den ansässigen sennern und hat die marke alma 2008 übernommen, welche speziell die hochwertigen vorarlberger bergkäse aus guter heumilch beinhaltet und für ursprünglichen und traditionell gesennten käse steht. die produkte werden hierfür allesamt in den bergsennereien hergestellt und in den verschiedenen gereiften qualitäten angeboten. es ist förmlich spürbar, wie sehr josef rupp diese tradition pflegt, unterstützt und seine senner und lieferanten fair und mit großem respekt als partner wertschätzt und unterstützt.

mit nora besichtige ich die büroräumlichkeiten der rupp ag, lerne die mitarbeiter kennen, plaudere und tausche mich aus. die räume sind offen und hell, in der mitarbeiterküche steht kuchen und alles wirkt sehr einladend und kommunikativ. heute ist aber schon um 12:00 uhr schluss und feierabend, denn das ist freitags hier ungeschriebenes gesetz, und jeder hält sich daran. ich finde das herrlich! nora zeigt mir noch die schöne gegend um bregenz, wir genießen den traumhaften blick vom pfänder auf den bodensee, besichtigen gemeinsam die alma bergsennerei in hinteregg und nachmittags starte ich los richtung buchboden im großen walsertal. das ist der letzte ort, bevor es in die wälder hoch auf die alpe hutla führt. ich nächtige in der wunderbar familiären und sehr süßen pension jäger bei susanne und alexander, hier blicke ich von meinem zimmer aus auf die nebelverhangenen wälder und der fluss rauscht tosend herab. morgen früh um 06:00 uhr geht es los, ich kehre wieder zurück zu meinen herzenssennern.

ich liebe die warmherzigkeit und gastfreundschaft hier!

die herzlichkeit der vorarlberger hüllt mich wieder regelrecht ein. susanne, bei der ich abends noch köstlichen backhenderlsalat und ein glas grünen veltliner genieße, fragt mich, wann ich morgen frühstücken möchte. ich erzähle ihr, dass ich schon vor sechs uhr aufbrechen werde, und sie mir nicht extra etwas richten muss. susanne aber lässt sich nicht abbringen, mir nachts noch eine thermoskanne kaffee zu kochen und ein paar brötchen und aufschnitt hinzustellen. um 05:45 uhr schleiche ich leise in den saal herunter, während noch alle schlafen, finde den liebevoll gedeckten tisch vor und eine handgeschriebene nachricht von susanne vor, die mir einen schönen und trockenen alpabtrieb wünscht. das ist die besondere warmherzigkeit hier, die mich sehr berührt!

die wetterlage hat sich leider dafür entschieden, extra dicke graue wolken über dem großen walsertal kleben zu lassen und unaufhörlich dauerregen herabzuschicken. selten war ich so dankbar über meine warmen wanderstiefel und eine einigermaßen wetterbeständige jacke. meine kameras stecke ich mir wie eine kanguruhmama zwischendurch immer wieder schützend in die jacke, denn dauernässe tut ihnen gar nicht gut. aber bei allen meteorologischen herausforderungen überwiegt die freude auf dieses einzigartige erlebnis, und die lasse ich mir auch nicht vermiesen. so!

dauerregen und einstellige temperaturen. und das im im hochsommer.

bei der ersten reiseplanung hatten wir überlegt, ob ich morgens den weg zur alpe hochlaufe. nun bin ich mehr als froh, als nora und daniel mich im warmen ford erwarten und wir die nassen und engen bergwege mit dem auto hochfahren. kurz nach sechs uhr erreichen wir die hutla alpe, lothar und petra kommen uns rasch entgegen, aber für lange gespräche ist keine zeit: die kühe werden für den abtrieb vorbereitet und geschmückt. überall stehen dick eingepackte leute, aus jeder tür kommt mir jemand entgegen und grüßt knapp. die ganze familie und freunde sind da, denn es gibt viel vorzubereiten und zu tun. der blumenschmuck muss gebunden, die kleinen sträußchen für die hüte vorbereitet, die kühe geschmückt und herausgetrieben und nochmals ein sättigendes frühstück mit dem typischen riebel gekocht werden. lang geschlafen hat hier keiner, was man an den letzten partyspuren im saustall erkennen kann.

was mir auffällt: es sind unzählige jugendliche versammelt, die die typischen gefilzten hüte tragen, zum teil schon mit dem schönen blumen- und kräuterschmuck. die stimmung ist trotz dem kalten und nassen wetter gut und alle scherzen und lachen. mich steckt das sofort an und ich bin bester laune.

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nach einem schönen sommer auf der alpe dürfen die kühe in den heimatstall.

die kühe werden im stall vorbereitet, bekommen besondere glocken umgehängt und zum teil auch schon den wunderschönen schmuck aus blumen und kräutern. dann geht alles ganz schnell: die herde von 25 kühen werden aus dem stall getrieben, es fängt gerade so an zu dämmern. und ich bekomme noch rasch die info von nora: „tine, wir dürfen tatsächlich hinter der gruppe mit ins tal laufen! komm, los geht es!“

ich schnappe mir rasch einen alten lappen, um den dauerregen von der kamera zu wischen, und wir marschieren stramm los. währenddessen holen einige starke jungs die bullen von der oberen weide. die dürfen nämlich erst nach den kühen loslaufen. auch auf der alpe gilt: ladies first! ich schnaufe den kühen hinterher, die wirklich einen flotten schritt haben. das hier ist definitiv kein chilliger spaziergang – das ist ein dauerlauf! es geht über stock und stein, wir springen über rauschend herabströmende wasserbäche und die begleiter der kuhherde sind spürbar konzentriert, dass auch jede kuh den weg ins tal findet und nicht zu sehr von der herde abkommt. innerlich schimpfe ich ein wenig mit mir, dass ich so wenig sport treibe gerade – bei dem tempo fange ich echt ordentlich zu schnaufen und mein kameraequipment hängt mit jedem schritt schwerer an meinem hals.

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kühe & begleiter finden trotz wetterkapriolen gut nach hause.

als wir in buchboden ankommen, steht da auch schon susanne mit einem köstlichen nusslikör, den wir dankbar annehmen. ok, es ist gerade mal acht uhr, aber hey, der wärmt uns auf und gibt kraft. die herde mit den lachenden begleitern zieht weiter, wir machen eine pause bei kaffee und lassen die jacken trocknen. die gruppe holen wir später mit dem auto ein, und nach wie vor blicke in lachende gesichter, die unaufhörlich die glockenbimmelnde herde über wege und straßen begleitet. diese leute hier haben einfach ein total sonniges gemüt!

ziel der kühe ist ihr heimatstall in schnifis auf dem inafärahof. ein echter familienbetrieb, der mit herz und verstand geführt wird. die erzeugte heumilch liefert der betrieb an die sennerei im ort, zudem widmen sie sich der rinderzucht, haben eigene produkte, die sie direkt vertreiben und bieten kräuter- und reitpädagogik an. hier freut man sich herzlich, dass alle kühe heil, gesund und gestärkt vom alpesommer in den heimatstall zum überwintern heimgekehrt sind. die kühe werden kurz vor dem einmarsch in das dorf nochmals versammelt, die leitkühe bekommen die besonders üppigen blumenkronen aufgesetzt, und dann gehts los zu den letzten metern. trotz schlechtem wetter haben sich die bewohner versammelt und begrüßen die kühe mit winken und lautem hallo zuhause. so ein schönes finale!

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ein ganzes dorf feiert die heimkehr ihrer kühe. so schön!

direkt im stall des inafärahof gibt es kaffee, hausgemachten kuchen, gegrillte ländle schweinesteaks und herrlichen kartoffelsalat. und natürlich gibt es auch den guten hutla alpkäse zum verkosten. die heimische blaskapelle spielt auf und wir sitzen im warmen, unterhalten uns mit petra und lothar, die nun sichtlich erleichtert über die gute heimkehr der kühe sind und ab morgen wieder in ihrem „normalen“ leben eintauchen werden. der alpsommer ist nun offiziell für sie beendet, und sie freuen sich auf einen geregelten tagesablauf. aber der nächste sommer auf der alpe mit ihren tieren, viel gutem bergkäse und purer natur wird kommen – das steht fest! viel glück und alles liebe für euch, meine guten senner aus dem großen walsertal!

dankeschön!

vielen dank an die ama für diese traumhafte erfahrung und käsereise, meinen partner rupp für das vertrauen und die gastfreundschaft, nora und daniel für die schönen tage und die warme outdoorjacke, petra und lothar für die einzigartig schönen tage auf eurer alpe hutla, an all die gutgelaunten, warmherzigen und gastfreundlichen vorarlberger und meine chilligen kuhbuddies für das eindrucksvolle und wunderschöne wochenende!

ganz liebe besitos!
eure trickytine ♥

p.s. lothar hat mit seinem bergkäse 2017 die silberne sennerharfe in galtür gewonnen! herzlichen glückwunsch, das ist SO verdient und freut mich riesig!!!

p.p.s. geht das tricky käseabenteuer weiter? aber ja! im frühjahr 2018 werde ich dafür nach wien reisen und dort den vorarlberger bergkäse in den himmel hypen! vienna calling, wohoooo!

p.p.s. und was ich kulinarisch von dem wochenende mitgenommen habe? kässpätzle hunger! und genau deshalb warten drei besondere käsesorten im kühlschrank darauf, zu echtem soulfood verarbeitet zu werden. das rezept folgt bald auf diesem sender!

ZU DIESER BLOGGERREISE WURDE ICH VON AMA EINGELADEN – HERZLICHEN DANK FÜR DIE GASTFREUNDSCHAFT, DEN EINBLICK IN DIE KÄSEKULTUR VORARLBERGS UND DIE VERTRAUENSVOLLE ZUSAMMENARBEIT!

 

2 kommentare

Trickytine 26. Oktober 2017 - 12:49

so von cowgirl zu cowgirl: ich finde es so cool, dass unsere almabtriebe so unterschiedlich waren! total gebannt habe ich deine instastories verfolgt und die superstylischen tiroler kühe mit ihrem samba kopfputz bewundert 🙂 ganz großes kuhkino! herrlich, dass jede reise für sich so speziell und besonders ist. und ich freue mich jetzt schon narrisch auf unser wiedersehen in wien!

vienna callin‘, oh oh!

xxx
deine tine

p.s. ob wir uns in wien einfach einen der bunten kuhdekos auf den kopp setzen sollten, und das als neuesten fäschntränd verkaufen? ich glaube, das würde auf instagräm durch die decke gehen 🙂

Reply
Simone Filipowsky 25. Oktober 2017 - 15:21

Welch ein wunderbarer Bericht liebste Tine! Die Bilder sind ohnehin ein Traum. Ist es nicht ein tolles Abenteuer gewesen? Unsere Abtriebe waren ja so unterschiedlich und im Grunde genommen doch wieder gleich. Ich bin so dankbar, dass wir diese tolle Gelegenheit bekommen haben liebe Kuh-Sister!
Pfiat-di,
Simone

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